Die klassischen Symptome einer Zöliakie sind chronische Durchfälle, zum Teil mit massigen und durch die gestörte Fettverdauung auch fettglänzenden, klebrigen Stühlen (Steatorrhoe), Muskel- und Gelenkschmerzen, Appetitlosigkeit und Erbrechen. Bei einigen Patienten treten juckende Bläschen auf der Haut auf.
Bei Kindern kommt es häufig zu Wachstums- und Gedeihstörungen.
Seitdem die Untersuchung von zöliakiespezifischen Antikörpern im Blut in die Diagnostik eingeführt wurde, hat sich die Erkennung des Krankheitsbildes grundsätzlich gewandelt. Eine exakte Diagnose kann aber nur durch eine schmerzfreie Dünndarmbiopsie gestellt werden!
Formen der Zöliakie
Es werden heute neben einer aktiven Zöliakie weitere Verlaufsformen unterschieden: Bei der silenten Zöliakie weisen Patienten eine (fast) vollständige Zottenatrophie auf, haben jedoch keine oder nur geringe unspezifische Symptome, insbesondere keine Zeichen einer Ernährungsstörung. Der Begriff der latenten Zöliakie wird dann angewandt, wenn zwar zu einem früheren Zeitpunkt einmal eine Zottenatrophie unter glutenhaltiger Nahrung bestanden hat, diese sich aber unter glutenfreier Diät wieder normalisieren konnte und unter erneuter glutenhaltiger Ernährung normal geblieben ist. Schließlich beschreibt der Begriff potentielle Zöliakie Menschen, die nie die klassischen Veränderungen der Dünndarmschleimhaut aufwiesen, aber dennoch zöliakietypische immunologische Abweichungen aufweisen.
Die Ausprägung hinsichtlich der Empfindlichkeit gegen Gluten und der Intensität der Symptome ist individuell verschieden. Einige Menschen zeigen auch beim Verzehr größerer Mengen an glutenhaltigen Lebensmitteln nur leichte Symptome in Form von Bauchschmerzen und Verstopfung. Auf der anderen Seite gibt es auch Betroffene, die selbst auf geringste Spuren von Gluten mit einer schweren Symptomatik reagieren.
Zöliakie und andere Krankheiten
Als Autoimmunerkrankung ist die Zöliakie mit anderen Erkrankungen, bei denen sich das Immunsystem gegen körpereigene Gewebe richtet, vergesellschaftet. Die häufigste Begleiterkrankung einer Zöliakie ist die "Dermatitis herpetiformis Duhring", eine Hautkrankheit bei der der Körper Antikörper gegen Strukturen in der Haut bildet. Diese tritt bei ca 10%(3) der Zöliakiepatienten auf. Ebenfalls recht häufig mit 3%(3) sind Schilddrüsenerkrankungen (Hashimoto-Thyreoiditis) und Diabetes mellitus mit 4%(3). Hier werden Antikörper gegen insulinproduzierende Zellen der Bauchspeicheldrüse gebildet.
Quellen:
1) Keller, R.: Klinische Symptomatik: Zöliakie, ein Eisberg. In: Monatsschrift Kinderheilkunde 2003; 151:706-714
2) Österreichische Arbeitsgemeinschaft Zöliakie
3) Vogelsang,H.; Edlinger, E.; Terler, E.; "Zöliakie - Erkrankung des Dünndarms mit hoher Dunkelziffer", in Arzt+Patient, Oktober 2009
Zuletzt aktualisiert am Montag, den 10. Januar 2011 um 10:30 Uhr

